Wie die Bayreuther zu Ihrem Spitznamen „Mohrenwäscher“ kamen.
Es ergab sich zur Ära der Markgrafen von Bayreuth, dass  sich ein     adeliger Mohr, ein weitläufiger Verwandter des nubischen  Königshauses, im alten Schloss zu Bayreuth aufhielt. In dieser Zeit  galt es bei den herrschenden Dynastien als chic einen Mohren als Gast am Hofe zu bewirten. Als dieser eines schönen Sommertages auf dem Markt einen Spaziergang ohne Wachbegleitung machte, blieben die Bayreuther Bürger stehen und wunderten sich über den seltsamen Zeitgenossen der alle mit „Salem aleikum“ (Friede mit Euch) ansprach.  Das Wundern war verständlich, denn zu dieser Zeit waren in Bayreuth Mohren (dunkelhäutige Menschen) noch völlig unbekannt.  Die Bayreuther dachten, dass sich ein Spaßvogel über sie lustig machen wollte, indem er sich das Gesicht, die Hände und die Füße mit Ruß (Kohlenstaub) geschwärzt hatte und Sie mit phantasievollem Geplapper veräppeln wollte. Sie schleppten den vermeintlichen Spaßvogel, der sich mit Händen und Füssen zu wehren versuchte, hinunter zum  Mühlbach (heute überdacht mit der Kanalstraße), der unterhalb des Marktes außerhalb der Stadtmauer dahinfloss. Da versuchten Sie ihm mit viel Geschrei und Juchhe den Ruß von Gesicht  und Gliedern abzuwaschen, was Ihnen, ob der echten dunklen Hautfarbe, natürlich nicht gelang.

2 Bindlacher Tandler (Trödelhändler) die auf Ihren weitläufigen Reisen schon einmal dunkelhäutige Menschen gesehen hatten, standen auf der Brücke, welche den  Mühlbach an dieser Stelle überquerte und sahen dem Treiben der Bayreuther Bürger zu. Nach kurzer Zeit riefen Sie der Menschenmenge unter Ihnen zu, „Lasst doch den armen Kerl in Ruhe. Der ist doch ein Mohr und Mohren haben nun mal dunkle Haut.“  Da ließen die Bayreuther erschrocken von dem Mohren ab und entschuldigten sich flugs bei demselben, der nach Aufklärung des Umstandes des Nichtwissens die Entschuldigung zwar zögernd aber dennoch annahm und nicht weiter Gram war. 

Seit dieser Zeit werden alle Fremden von den Bayreuther Bürgern besonders freundlich aufgenommen und ebenso behandelt.

Die Bayreuther hatten jedoch ab da ihren Spitznamen weg und werden seither von den Bürgern der umliegenden Gemeinden als die „Mohrenwäscher“ verhohnepipelt.

P.S.
Geneigter Leser, es soll Ihnen nicht verhehlen bleiben, dass 2 besonders reinliche Bayreuther Frauen die sich über die Hände und Füße des Mohren hermachten, um diese vom Ruß zu reinigen, schon nach kurzer Zeit den anderen zuriefen, „Schaut`s her die Handflächen und Fußsohlen haben wir schon sauber gebracht.“ Seit dieser Zeit, so verkündet die Mär, sollen Dank der 2 Bayreuther Frauen alle dunkelhäutigen Menschen auf der Welt weiße Handflächen und Fußsohlen ihr eigen nennen.